„Gute Geschäfte“ in Pirna

Der dritte Marktplatz für Gemeinnützige und Unternehmen in Pirna findet am 27. April 2017 in der Cafeteria der DSGF mbH (ehemaliges Sparkassengebäude), Rottwerndorfer Strasse 41 statt.
 
Eine Initiative der Aktion Zivilcourage e. V.

Die Marktplatz-Idee

Bereits in der Antike waren Marktplätze das Zentrum einer Stadt oder Gemeinde. Hier wurde gehandelt, produziert, miteinander diskutiert und zumeist das ein oder andere gute Geschäft abgeschlossen. Der Unterschied zu unserer heutigen Zeit: das funktionierte oft nur mit Waren, Ideen und Sachwerten. Ganz ohne Geld - und auf Augenhöhe.

 

Und im Geist dieser Tradition ist ein Marktplatz ein Ort des Handelns, des Austausches und der Zusammenkunft. Statt per Post, E-Mail oder Telefon kann man einen Tag im Jahr nutzen, um neue Kooperationspartner zu finden und persönlich kennenzulernen.

 

 

Ziel: 
Unternehmen und gemeinnützige Initativen einer Stadt lernen sich kennen und handeln mit Sachwerten zur Lösung von Herausforderungen und anstehenden Projekten.

Hintergrund:
Die moderne Marktplatz-Idee stammt aus den Niederlanden, wo sie zu einem so großen Erfolg geworden ist, dass sie die Neugier in anderen Ländern geweckt hat. In Deutschland wurde die Methode von der Bertelsmann Stiftung aufgegriffen, was dazu beigetragen hat, dass es bereits über 50 Städte und Gemeinden gibt, die einen Marktplatz veranstalten.

 

Akteure:
Teilnehmen können Unternehmen und gemeinnützige Organisationen. Gemeinsam mit den sogenannten Maklern werden die Vereinbarungen zwischen den Teilnehmenden schriftlich festgehalten, auf Verhältnismäßigkeit geprüft und von Notaren besiegelt.

 

Ablauf:

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Besonderes:

Die Teilnehmer haben keinen eigenen Stand, sondern bewegen sich ausgestattet mit ihren Angeboten und Nachfragen zwischen den „Handelsecken“, an denen Kompetenzen, Sachleistungen und Zeitspenden getauscht werden. Sie kommen entweder selbst mit anderen Teilnehmern ins Gespräch oder über die sogenannten Makler.

 

Vereinbarungen:
In 90 Minuten Handelszeit legen die Beteiligten den Grundstein für produktive Netzwerke und erschließen neue Ressourcen. Bei den Vereinbarungen geht es NICHT um finanzielle Unterstützung, sondern um:

  • Zeitspenden
  • Kompetenzen 
  • Sachleistungen

Am Ende des Marktplatzes stehen Vereinbarungen über gemeinsame Vorhaben, zu denen beide Seiten etwas beizusteuern haben und von denen beide profitieren.

 

Das Spektrum für mögliche Kooperationen ist breit - Beispiele für „Gute Geschäfte“:

  • Szenario 1: Ein Unternehmen unterstützt eine Einrichtung der Jugendhilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit und gestaltet das Layout für ihren neuen Flyer. Im Gegenzug erhalten die Auszubildenden des Unternehmens von einer Mitarbeiterin der Jugendhilfeeinrichtung ein Methodentraining zum Thema Konfliktbewältigung.
  • Szenario 2: Durch einen Kooperationsvertrag können die Mitarbeiter eines Handwerksbetriebs den Veranstaltungsraum des Familienzentrums für Firmenfeiern nutzen. Im Gegenzug stellt der Betrieb bei Bedarf einen Transporter zur Verfügung.
  • Szenario 3: 10 Mitarbeiter eines Unternehmens stellen für einen Tag ihre Zeit zur Verfügung, um das Seniorenzentrum bei ihrem Ausflug in den Tierpark zu unterstützen. Die Senioren und Mitarbeiter des Seniorenzentrums bedanken sich mit 5 Blechen selbstgebackenem Kuchen für das Unternehmen.

 

Erfolge:
Zwischen September 2006 und März 2009 sind 48 Marktplätze in Deutschland evaluiert worden. Bei diesen 48 Marktplätzen sind knapp 3.500 Vereinbarungen abgeschlossen worden. Die durchschnittliche Anzahl von initiierten Kooperationen pro Marktplatz liegt bei 70.

Bei den Vereinbarungen dominieren Unternehmensleistungen (Produkte, Druckarbeiten etc.), während der Einsatz von Unternehmensmitarbeitern schwächer ausgeprägt ist. Von den Vereinbarungen ist ein großer Teil (durchschnittlich 70 %) eingelöst worden. Vereinzelt gibt es Hinweise darauf, dass länger dauernde Kontakte und weiterführende Projekte entstanden sind.

 

Weitere Informationen unter www.gute-geschaefte.org.