„Gute Geschäfte“ in Pirna

Der dritte Marktplatz für Gemeinnützige und Unternehmen in Pirna findet am 27. April 2017 in der Cafeteria der DSGF mbH (ehemaliges Sparkassengebäude), Rottwerndorfer Strasse 41 statt.
 
Eine Initiative der Aktion Zivilcourage e. V.

Häufige Fragen

 

1. Wie sieht der idealtypische Ablauf eines Marktplatzes aus?

Die Erfahrungen zeigen, dass ein bis zwei Stunden Zeit genügen, um während eines Marktplatzes Engagementpartnerschaften in die Wege zu leiten. Im Einzelnen hat der Marktplatz folgende Phasen:

  • Der Einlass: Die Teilnehmer des Marktplatzes melden sich an, bekommen Namensschilder und stellen sich auf die Marktplatz-Atmosphäre ein.
  • Der Auftakt: Die Veranstalter grüßen, der Schirmherr hält ein Grußwort, der Moderator erklärt die verabredeten Regeln.
  • Der Handelsmarkt: Der Beginn der Veranstaltung wird mit einem markanten Signal - wie beispielsweise einem Gong – eröffnet. 
  • Aktion: man trifft sich in der Mitte des Marktes oder in den „Handelsecken“. Es finden Gespräche zwischen Gemeinnützigen und Unternehmen statt, Vereinbarungen werden verschriftlicht, andere mündliche Angebote abgelehnt, weitere Optionen können geprüft werden. Die Aktion entwickelt sich dynamisch und bekommt den Charakter von „Speed-Dating“. Während dieser Markthase werden vom Moderator Zwischenergebnisse verkündet, die „Makler“ unterstützen die Anwesenden beim Finden des richtigen Partners.
  • Marktende und Ausklang: Wie der Beginn wird das Ende des Marktes mit einem markanten Signal verkündet. Das Marktplatzergebnis mit der Zahl der Vereinbarungenmit dem Geldwert der vereinbarten Engagements wird verkündet. Ein Vertreter der Veranstalter hält ein kurzes Schlusswort und lädt zum Imbiss ein.

 

2. Welche Regeln hat die Marktplatz-Idee?

Im Grunde genommen gibt es nur eine einzige Richtlinie, die die Initiatoren der Marktplatz-Methode als verbindlich betrachten. Sie lautet: Geld ist tabu! Es geht bei den „Guten Geschäften“ nicht um Spenden und Sponsoring, sondern um die Anbahnung gemeinsamer Aktivitäten von Gemeinnützigen und Unternehmen zum Wohle des Gemeinwesens. Alle anderen Regeln können Sie als Tipps und Hinweise betrachten, die allerdings durch viele Erfahrungen in den Niederlanden und in Deutschland gestützt sind. Sie sollten diese Regeln beherzigen, sie können aber auch andere Entscheidungen treffen, die Sie für Ihre Umstände als passend erachten. Die Bertelsmann Stiftung würde sich sehr freuen, über solche Ansätze zu erfahren

 

3. Was ist der Nutzen einer Beteiligung für die Akteure?

Die beteiligten Unternehmen können

  • für sich eine passgenaue Zusammenarbeit mit Gemeinwohlorganisationen entwickeln
  • sich ohne großen Zeitaufwand einen Überblick über die lokale Bürgergesellschaft verschaffen
  • ohne Geldeinsatz in die Entwicklung des Gemeinwesens investieren
  • ihren Mitarbeitern in Kooperationsprojekten ungewöhnliche Erfahrungen anbieten und damit die Mitarbeiterzufriedenheit und –bindung steigern
  • ihre Mitarbeiter über Kooperationen mit Gemeinnützigen Personalentwicklung betreiben
  • mit einer Kooperation eine ungewöhnliche Form von Öffentlichkeitsarbeit gestalten
  • Kontakte zum sozialen und politischen Umfeld ihres Unternehmens knüpfen
  • auf einem Marktplatz mit ähnlich innovativen Unternehmen zusammen kommen
  • sich als „gutes Unternehmen“ darstellen
  • über ihr Engagement ein Alleinstellungsmerkmal entwickeln
  • das eigene Netzwerk vergrößern• ihre Kompetenzen in anderen Themenfeldern ausprobieren
  • neue Kunden finden
  • von Gemeinnützigen und Kommunen lernen

Die Gemeinwohlorganisationen können

  • über Kooperationen zusätzliche Ressourcen gewinnen, die ihnen ermöglichen, besser ihre Ziele zu erreichen
  • Kontakte zu Unternehmen aufbauen
  • Kontakte zu anderen innovativen Gemeinwohlorganisationen aufbauen und vertiefen
  • ihre besonderen Kompetenzen und Fähigkeiten darstellen
  • den Mehrwert präsentieren, den ihr soziales Unternehmen für das Gemeinwesen leistet
  • Public Relation für ihr soziales Anliegen betreiben
  • über ihr Engagement ein Alleinstellungsmerkmal entwickeln
  • das eigene Netzwerk vergrößern
  • das Selbstbewusstsein ihrer Organisation steigern
  • von staatlichen Leistungen unabhängiger werden
  • mit einer Kooperation eine ungewöhnliche Form von Öffentlichkeitsarbeit gestalten
  • von Unternehmen und Kommunen lernen
  • ...

 

4. Steuerliche Aspekte der Marktplatz-Methode

Im Rahmen der Marktplatz-Methode bieten Unternehmen aller Größen gemeinnützigen Organisationen verschiedene Engagements an, wie etwa den persönlichen Einsatz von Firmen-Mitarbeitern, deren fachliche Kompetenz oder logistische Unterstützung. Die bloße Hingabe von Geld ist untersagt. Die Marktplätze fußen auf der Vorstellung, dass
von der gemeinschaftlichen Arbeit für einen gemeinnützigen Zweck auch die Mitarbeiter der Unternehmen und schließlich die Unternehmen selbst profitieren.

Engagiert sich ein Unternehmen im Rahmen eines Marktplatzes, stellt sich die Frage wie die diesem Engagement zuzuordnenden Aufwendungen steuerlich zu qualifizieren sind. Sie können sein:

  • steuerlich abzugsfähige Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 EStG) oder
  • Spenden, die unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abzugsfähig sind (10b EStG, § 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG, § 9 Nr. 5 GewStG).

Aufwendungen, die weder als steuerliche abzugsfähige Betriebsausgaben noch als abzugsfähige Spenden qualifiziert werden können, müssen entweder als Kosten der Lebensführung (§ 12 Nr. 1 EStG) oder – bei Kapitalgesellschaften –als verdeckte Gewinnausschüttung an die Gesellschafter angesehen werden (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). In diesen Fällen werden sich die Aufwendungen, die das Unternehmen im Rahmen seines sozialen Engagements tätigt, nicht steuermindernd auswirken.

 

Quelle: Bertelsmann Stiftung

Eine detaillierte Übersicht erhalten Sie auf www.gute-geschaefte.org.